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Schwarze Kreide

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Schwarze Kreide


Die in Vehrte zu findende "Schwarze Kreide" gehört europa- bzw. weltweit zu einer einmalig vorkommenden Tongesteinsart, die sich vor ca. 170 Millionen Jahren aufgrund eines besonderen geologischen Vorganges gebildet hat.

Die Gesteinsart gehört eigentlich zu den in Deutschland weit verbreiteten Ablagerungen des oberen Lias. Nach einem häufig darin vorkommenden Fossil, der Muschel Posidonia, werden sie Posidonienschiefer genannt. Die Gesteine sind Ablagerungen eines schlecht durchlüfteten Flachmeeres. An seinem Meeresboden bildete sich Faulschlamm, wie es heute beispielsweise im Schwarzen Meer der Fall ist. Im Laufe der Erdgeschichte entstanden daraus ölartige Verbindungen, sogenannte Bitumina.

In Süddeutschland (Holzmüden) sind diese Schichten durch ihre Meeressaurier-Funde in der ganzen Welt bekannt geworden. Der Fossilgehalt des in Vehrte bis zu 48m mächtigen Posidonienschiefers ist dagegen recht gering. Die vorkommenden Ammoniten sind bis auf wenige Ausnahmen flachgepreßt und deshalb schwer bestimmbar. Da das Sediment total entkalkt ist, sind die Belemnitenrostren (Donnerkeile), die Muschelschalen und die Kalkgeoden völlig ausgelaugt. An Stelle der Fossilien sind teilweise mit Pyrit ausgekleidete Hohlräume zurückgeblieben.

Die "Schwarze Kreide" von Vehrte unterscheidet sich von allen anderen bekannten Posidonienschiefern schon rein äußerlich durch ihre charakteristische tiefschwarze Färbung und die Eigenschaft, intensiv abzufärben. Verursacht wird diese Farbe durch gleichmäßig in der tonigen Grundmasse verteilten, elementaren Kohlenstoff. Dieser entstand bei der Umwandlung der Kohlenwasserstoff-Verbindungen (Bitumina) die ürsprünglich sicher auch im Posidonienschiefer von Vehrte enthalten waren.



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Wie ist diese Besonderheit zu erklären ?


Geophysikalische, chemische und mineralogische Untersuchungen ergaben, dass die ungewöhnliche Ausbildung des Posidonienschiefers bei Vehrte auf einen in der Tiefe vorkommenden Magmakörper zurückzuführen ist. Seine Entstehung ist auf einen nicht bis an die Oberfläche durchgestoßenen Vulkan in einer horizontalen Erstreckung von ca. 50 km zurückzuführen. Er liegt in einer Tiefe von 5 bis 7 km Tiefe unter dem Osnabrücker Raum. Als dieses "Bramscher Massiv" während der Kreidezeit entstand, hat das Magma die überlagernden Gesteinsschichten erhitzt und z.T. umgewandelt. So dürften im zentralen Bereich der Aufhebungen, die jetzt ca. 1,5 km unter Bramsche liegen, Temperaturen von etwa 400°C und im Raum Vehrte noch ca. 250°C erreicht haben (heute ca. noch 40°C).

Die "Schwarze Kreide" zeigt durch die Umwandlung der Bitumina des ehemaligen Ölschiefers zu elementarem Kohlenstoff (Inkohlung) diesen Aufhebungsprozess in eindrucksvoller Weise und stellt damit ein einmaliges geologisches Denkmal dar. 

                                                        
Von Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1960 wurde die "Schwarze Kreide" in Vehrte im Tagebau abgebaut und als Färbemittel im Farbfabriken, bei der Schuhchremeproduktion und auch in Terrazzofabriken verarbeitet. Heute basiert die Farbherstellung auf anderen Grundlagen. Die Spuren des Tagebaues werden in Vehrte jedoch noch lange sichtbar bleiben

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